Herzlich Willkommen
ZUM DREI MONATE INTENSIVCOACHING
Dein strukturierer Reha-Fahrplan für dein Pferd.
Hey!
Ich bin Franzi
und ich begleite dich Schritt für Schritt durch den Wiederaufbau deines Pferdes – damit du sicher, strukturiert und ohne Rückschritt wieder zu einem belastbaren, gesunden Pferd kommst.
Du musst nicht mehr raten, ob dein Training richtig ist!
Hast du Fragen oder Probleme?
Dann melde dich unter wegezumgesundenpferd@gmail.com bei mir.
ALLE TERMINE IM ÜBERBLICK
- 11.11.2026 | 18.00 Uhr: Live Session mit Franzi zu PHASE I
- 11.12.2026 | 18.00 Uhr: Live Session mit Franzi zu PHASE II
Giederung des Coachings
Inklusive: Deine individuellen Inhalte
- Pro Monat eine 1:1 online Session mit mir
- Wöchentliche Live Calls mit deiner Gruppe für fallspezifische Fragen, Trainingsfortschritt und co
- Video-Analyse deines Trainings
- Kontrolle der Hausaufgaben nach jeder Phase
- Kurzer Profi-Check deiner Startanalyse + Reha-Einstufung
- Klarer Fahrplan für die nächsten Schritte
PHASE I: Diagnose & Orientierung
Ziel: Sicherheit schaffen
Module:
- Bewegungsmuster richtig erkennen
- Typische Reha-Fehler erkennen und den Status des Pferdes einordnen
- Individuelle Reha-Richtung definieren
- Zusatz: Fütterung, Haltung, Hufe & co
PHASE II: Stabilisierung (Fundament)
Ziel: Keine Verschlechterung mehr
Module:
- Sichere Trainingsbasis aufbauen und erste strukturierte Übungen
- Belastung richtig steuern
- Schmerzen/Überforderung vermeiden
Phase III: Aufbau & Funktion
Ziel: Echte körperliche Verbesserung
Module:
- Muskelaufbau gezielt steuern
- Beweglichkeit verbessern über funktionelles Training
- Anpassung an individuelle Problematiken
PHASE IV: Rückkehr zu Belastbarkeit
Ziel: Alltaugstauglichkeit und Stabilität
Module:
- Trainingsintegration im Alltag
- Rückfallprophylaxe
- Langfristiger Trainingsplan
PHASE I
Woche 1 – 3: Diagnose & Orientierung
Klicke oben auf den Button und das Meeting öffnet sich direkt.
Nächster Termin: 13.12.1999 | 18.00 Uhr
Nimm dir bewusst Zeit für die Beobachtung.
- Betrachte dein Pferd im Stand (von vorne, hinten, Seite)
- Beobachte es in der Bewegung (Schritt & Trab, wenn möglich)
- Notiere deine Eindrücke – ohne Bewertung, nur Fakten
- Halte den aktuellen Status schriftlich fest
👉 Dieser Ist-Zustand ist dein Ausgangspunkt für die nächsten 12 Wochen.
Der erste Schritt zu einem klaren, individuellen Reha-Fahrplan für dein Pferd
Bevor wir irgendetwas „tun“, müssen wir verstehen. Diese Phase legt das Fundament für die nächsten 12 Wochen. Hier geht es nicht um Aktion, sondern um Klarheit, Wahrnehmung und ehrliche Einordnung.
Modul 1: Blickschulung – sehen lernen, was wirklich da ist
Die meisten Probleme beginnen nicht im Körper – sondern darin, dass sie zu spät oder gar nicht erkannt werden. In diesem Teil geht es darum, deinen Blick zu schärfen. Weg vom „Gefühl“, hin zu einer klaren, objektiven Wahrnehmung. Du lernst
- dein Pferd im Stand korrekt zu betrachten (Haltung, Symmetrie, Spannung)
- Bewegungsabläufe bewusst zu analysieren (Schritt, Trab, Übergänge)
- minimale Veränderungen frühzeitig zu erkennen
- zwischen Kompensation und echter Verbesserung zu unterscheiden
Wichtig: Du brauchst keine perfekten Bedingungen oder High-End-Equipment. Dein wichtigstes Tool bist du – dein Auge, dein Verständnis, deine Aufmerksamkeit. 👉 Ziel ist, dass du dein Pferd lesen kannst.
Modul 2: Typische Reha-Fehler – und wie du sie vermeidest
Viele Reha-Verläufe scheitern nicht an mangelnder Motivation, sondern an falscher Herangehensweise. Hier sind die häufigsten Fehler, die ich immer wieder sehe:
❌ Zu früh zu viel: Das Pferd zeigt kleine Fortschritte – und sofort wird gesteigert. Ergebnis: Rückschritte.
❌ Symptome statt Ursachen behandeln: Es wird „am Problem gearbeitet“, aber nicht verstanden, warum es entstanden ist.
❌ Unklare Struktur: Mal dies, mal das – ohne roten Faden. Das Pferd kann sich nicht anpassen.
❌ Vergleiche mit anderen Pferden
Jede Reha ist individuell. Was bei einem funktioniert, kann beim anderen schaden.
❌ Emotion statt Objektivität: „Es sieht doch besser aus“ – ohne echte Grundlage.
Was du stattdessen brauchst:
- Geduld statt Tempo
- Klarheit statt Aktionismus
- Struktur statt Chaos
- Beobachtung statt Interpretation
👉 Reha ist kein Sprint. Es ist ein bewusst gesteuerter Prozess.
Modul 3: Den Status deines Pferdes realistisch einordnen
Jetzt wird es konkret. Bevor du einen Plan erstellen kannst, musst du wissen, wo ihr gerade steht. Stelle dir folgende Fragen:
- Wie bewegt sich dein Pferd aktuell wirklich?
- Wo erkennst du Einschränkungen oder Ausweichbewegungen?
- Wie belastbar ist dein Pferd aktuell (körperlich & mental)?
- Gibt es bekannte Diagnosen oder nur Vermutungen?
- Wie konstant ist der aktuelle Zustand?
Wichtiger Perspektivwechsel: Es geht nicht darum, dein Pferd „in eine Kategorie zu stecken“. Es geht darum, den Ist-Zustand ehrlich zu erkennen. Nur so kannst du:
- realistische Ziele setzen
- Überforderung vermeiden
- Fortschritt messbar machen
Abschlussgedanke
Dieses Modul ist kein „Nebenbei-Thema“.
Es entscheidet darüber, ob dein Reha-Prozess klar, effektiv und nachhaltig wird – oder chaotisch und frustrierend.
Nimm dir die Zeit. Schau genau hin.
Denn echte Veränderung beginnt mit echtem Verstehen.
Modul 1: Bewegungsmuster richtig lesen
Warum Bewegung immer Informationen liefert – wenn du lernst, sie richtig zu sehen
Viele schauen ein Pferd an und denken: „Sieht eigentlich ganz gut aus.“ Doch Bewegung zeigt oft schon lange vor deutlichen Problemen: Überlastung, Kompensation, Spannung, fehlende Stabilität, Schmerzen oder Unsicherheiten
👉 Die Frage ist nicht: „Bewegt sich das Pferd?“ Sondern: Wie bewegt es sich?
Warum Bewegungsmuster so wichtig sind: Der Körper versucht immer, Bewegung irgendwie möglich zu machen. Auch dann, wenn Muskulatur fehlt, Schmerzen vorhanden sind, Stabilität fehlt und Belastung schwierig wird. Das bedeutet: Ein Pferd kann sich bewegen –
und trotzdem nicht gesund oder funktionell arbeiten. 👉 Genau deshalb ist Beobachtung so entscheidend.
Bewegung ist nie zufällig: Jede Bewegung entsteht aus: Kraft, Koordination, Stabilität, Beweglichkeit, Körpergefühl und Belastbarkeit. Wenn irgendwo im System ein Problem entsteht, verändert sich oft das gesamte Bewegungsmuster. 👉 Der Körper kompensiert immer als Ganzes.
Das Ziel der Blickschulung ist nicht: „Fehler suchen“, sondern: „Bewegung verstehen lernen.“ Du lernst genauer hinzusehen, Zusammenhänge zu erkennen, kleine Veränderungen wahrzunehmen, Bewegungsqualität realistischer einzuschätzen.
Was ist überhaupt ein Bewegungsmuster? Ein Bewegungsmuster beschreibt:
Wie ein Pferd seinen Körper benutzt. Zum Beispiel: Wie es Last aufnimmt, wie es sich stabilisiert, wie gleichmäßig es sich bewegt, wie flüssig Bewegungen ablaufen. 👉 Bewegungsmuster entstehen über Wiederholung. Und genau deshalb werden auch ungünstige Muster schnell „normal“.
Warum Kompensationen oft übersehen werden: Viele Pferde lernen sehr gut, Probleme zu überspielen. Sie funktionieren scheinbar „irgendwie“. Dabei entstehen oft Ausweichbewegungen, Schonhaltungen, Spannungsmuster und Überlastung anderer Strukturen. 👉 Das Problem zeigt sich dann oft nicht dort, wo die Ursache liegt.
Worauf du bei Bewegungsmustern achten solltest:
1. Gleichmäßigkeit
Bewegt sich dein Pferd rechts und links ähnlich? Gleichmäßig im Rhythmus? Stabil in Übergängen? Auffälligkeiten können sein:
❌ unterschiedliche Schrittlängen
❌ asymmetrische Bewegung
❌ unruhige Übergänge
❌ wechselnde Belastung
2. Bewegungsfluss
Wirkt die Bewegung flüssig? Weich? Kontrolliert? Oder eher festgehalten? Hektisch? Instabil?
👉 Gute Bewegung wirkt ruhig – nicht „angestrengt“.
3. Spannung & Körpersprache
Der Körper zeigt oft früh, wenn etwas nicht stimmt. Achte auf Muskelspannung, Schweifhaltung, Atmung, Kopf-Hals-Haltung, allgemeine Körpersprache. 👉 Spannung verändert Bewegung.
4. Stabilität
Kann dein Pferd Bewegung kontrollieren? Oder wirkt es unsicher? Schwankend? Instabil? Hektisch? Besonders sichtbar wird das oft in Wendungen, bei Übergängen, auf unterschiedlichen Untergründen, bei langsamem Tempo
5. Bewegungsqualität unter Belastung
Viele Pferde wirken in kurzen Momenten unauffällig. Deshalb ist wichtig: Wie verändert sich die Bewegung unter Belastung? Zum Beispiel nach einigen Minuten, bei längerer Arbeit, nach koordinativen Anforderungen. 👉 Müdigkeit macht viele Kompensationen sichtbarer.
Häufige Fehler beim Beobachten
❌ Nur auf einzelne Beine schauen:Bewegung entsteht immer im gesamten Körper.
❌ Zu schnell bewerten: Nicht jede Auffälligkeit bedeutet sofort ein großes Problem.
❌ Nur offensichtliche Lahmheiten beachten: Viele Probleme beginnen viel subtiler.
❌ Bewegung isoliert betrachten. Auch: Haltung, Spannung, Verhalten, Belastung und Tagesform beeinflussen das Bewegungsmuster.
Deine Aufgabe für dieses Untermodul
- Beobachte dein Pferd bewusst im Stand und in Bewegung
- Achte auf Gleichmäßigkeit, Spannung und Bewegungsfluss
- Nutze Videos zur Analyse
- Vergleiche verschiedene Situationen und Belastungen
- Beschreibe Beobachtungen möglichst objektiv
Bewegung ist eine Sprache. Der Körper zeigt ständig wie belastbar er ist, wo Spannung entsteht, was gut funktioniert, wo Probleme beginnen.
Je besser du lernst, Bewegungsmuster zu lesen, desto früher kannst du verstehen, was dein Pferd wirklich braucht. Und genau dort beginnt sinnvolle Reha.
Warum ist Blickschulung so wichtig ?
- Verschleißende Muster erkennen
- Rechtzeitig gegensteuern und größeren Schaden beheben
- Gesundheit erhalten - Prophylaxe ist die beste Therapie!
- Sich unabhängig sein eigenes Bild machen. Wissen schützt!
Das Ziel: Gesundheit durch physiologische Abläufe
physiologisch = den natürlichen Lebensvorgängen entsprechend, sprich alles was von Natur aus gegeben ist, sollte möglich sein!
Kompensation: Ausgleich einer verminderten Leistung eines Körperteils durch eine gesteigerte Leistung anderer Körperteile ⟶ kurzfristig überlebenswichtig, langfristig pathologisch, verschleißend
Wir möchten bei alldem kein Bodyshaming für Pferde betreiben 😉
Es geht nicht darum, nur noch Fehler bei unseren Pferden zu suchen. Diese Herangehensweise würde nämlich negativen Einfluss auf die Beziehung nehmen. Vielmehr möchte ich eine möglichst objektive Bestandsaufnahme mit Fokus auf die unzähligen Möglichkeiten nehmen, die einem dadurch geboten werden.
Tipp für den Alltag: Für jedes Detail, das dir erstmal negativ auffällt, finde auch eine positive Sache, die du schätzt <3
Wichtig
- Beobachtungen im Stand UND in der Bewegung?
- Seitenunterschiede?
- Momentaufnahme oder regelmäßige Beobachtung?
- Nach Sehen kommt Fühlen: Spürst du Verspannungen, Knubbel, Platten, Schmerzempfindlichkeiten?
- Das große Ganze nicht vergessen: Wirkt es harmonisch?
- Gesamteindruck: Wirkt dein Pferd zufrieden, ängtslich, gestresst, schmerzhaft?
Weitere Tipps
Modul 2: Typische Reha-Fehler erkennen
Warum die richtige Einordnung entscheidend ist
Ein Trainingsplan kann nur so gut sein wie die Einschätzung, auf der er basiert. Wenn der Status falsch eingeschätzt wird, passt die Belastung nicht, entstehen Überforderung oder Unterforderung, Rückschritte werden wahrscheinlicher. 👉 Gute Reha beginnt nicht mit Training, sondern mit realistischer Orientierung.
Typische Reha-Fehler
1. Zu früh zu viel
Einer der häufigsten Fehler überhaupt. Das Pferd zeigt erste Fortschritte: Wirkt motivierter, bewegt sich besser, läuft „lockerer“. Und sofort wird länger trainiert, intensiver gearbeitet, schneller gesteigert. Das Problem: Der Körper braucht Zeit, um Anpassung zu stabilisieren. 👉 Fortschritt muss erst belastbar werden.
2. Symptome statt Ursachen behandeln
Viele konzentrieren sich nur auf das sichtbare Problem. Zum Beispiel: „Das Pferd läuft vorne fest.“, „Die Hinterhand trägt nicht.“, „Es kippt über die Schulter.“. Doch oft liegt die Ursache ganz woanders: Fehlende Stabilität, alte Kompensationen, mangelnde Koordination, Schmerzen, Überlastung. 👉 Gute Reha fragt nicht nur: „Was sehe ich?“, sondern: „Warum entsteht das?“
3. Zu viel Fokus auf einzelne Übungen
Viele suchen Die perfekte Übung, doch Reha funktioniert nicht über einzelne Übungen allein. Entscheidend sind Belastungssteuerung, Bewegungsqualität, Regelmäßigkeit, Anpassung an das Pferd. 👉 Nicht die Übung allein macht den Unterschied. Sondern wie und wann sie eingesetzt wird.
4. Fehlende Regeneration
Viele Pferde bekommen: Training, Reize, Anforderungen… aber zu wenig echte Erholung. Das führt oft zu Spannung, schlechterer Bewegungsqualität, Müdigkeit, Überforderung. 👉 Anpassung entsteht nicht nur im Training, sondern auch in der Regeneration.
5. Emotion statt Objektivität
Gerade bei Herzenspferden verständlich: Man möchte Fortschritte sehen. Dadurch werden manchmal Probleme kleingeredet, Warnsignale übersehen, Belastung schöngeredet. 👉 Gute Beobachtung braucht Ehrlichkeit. Nicht pessimistisch. Aber realistisch.
6. Vergleich mit anderen Pferden
Jedes Pferd bringt mit: Eigene Vorgeschichte, andere Belastbarkeit, unterschiedliche Kompensationen, individuelles Tempo. 👉 Deshalb sind Vergleiche oft eher Druck als Hilfe. Reha ist immer individuell.
Der wichtigste Schritt in der Reha ist oft nicht das Training selbst, Sondern die Fähigkeit, ehrlich zu erkennen: Was braucht dieses Pferd gerade wirklich?
Denn nur wenn du den aktuellen Status realistisch einschätzt, kannst du sinnvoll entscheiden, wie der nächste Schritt aussieht.
Das myofaszial fitte Pferd im Stand
- freier, getragener CTÜ
- offener Ganaschenwinkel
- frei bewegliches Schulterblatt
- getragener Rumpf
- ebenmäßige Rückenlinie
- entspanntes Knie
- harmonische Lendenpartie
- individuell korrekte Achsen und Ebenen
Das myofaszial fitte Pferd in Bewegung
- dynamisch
- Energiefluss von hinten nach vorne
- positiver Spannungsbogen
- gerade gerichtet und aufgerichtet
- getragen
- Bergauftendenz
Das Pferd in myofaszialer Dysbalance im Stand
- CTÜ komprimiert
- verkürzte Oberlinie
- Schulterblattstrukturen fixiert
- Rumpf nicht getragen
- Bergabtendenz
- Hinterbeine unter den Körper geparkt
- Lende fest und oft aufgewölbt
- keine korrekten Achsen (zB Rückständigkeit)
Das Pferd in myofaszialer Dysbalance in Bewegung
- unrund, holprig, stakselig
- kein Energiefluss, kein Zug (Aufspannen an die Verbindung)
- Bergabtendenz
- kein Abdruck vom Hinterbein in den Körper
Kompensations muster
Funktional bzw physiologisch
Dysfunktional bzw kompensatorisch
Modul 3: Status des Pferdes einordnen und Richtung definieren
Bevor du planst oder trainierst, solltest du verstehen: Wie belastbar ist dein Pferd aktuell wirklich? Diese Bereiche solltest du beurteilen
1. Bewegungsqualität
Gleichmäßig oder asymmetrisch? Ruhig oder hektisch? Stabil oder instabil? Flüssig oder festgehalten?
2. Belastbarkeit
Wie reagiert dein Pferd während der Arbeit?direkt danach? Am Folgetag? 👉 Belastbarkeit zeigt sich nicht nur im Moment.
3. Stabilität
Kann dein Pferd Bewegung kontrollieren? Oder entstehen Ausweichbewegungen, Unsicherheit, Spannungen, schnelle Ermüdung?
4. Mentaler Zustand
Auch die mentale Belastbarkeit ist wichtig. Zum Beispiel Konzentration, Motivation, Stresslevel, Frustration 👉 Körper und Nervensystem arbeiten immer zusammen.
5. Regeneration
Wie gut verarbeitet dein Pferd Belastung?Wichtige Hinweise: Bewegungsqualität am Folgetag, Spannung, Müdigkeit, allgemeiner Eindruck
Warum Tagesform wichtig ist
Nicht jeder Tag sieht gleich aus. Das bedeutet:
Ein einzelner guter oder schlechter Tag sagt oft noch wenig aus. 👉 Entscheidend sind Muster über einen längeren Zeitraum.
Die verschiedenen Körpertypen
Nicht jedes Pferd ist gleich. Dir ist bestimmt auch schon aufgefallen, dass manche Pferde im Stand „hängen“ und in Bewegung sieht die Rückenlinie dann deutlich harmonischer aus. Was es mit diesem Phänomen auf sich hat und welche wichtigen Erkenntnisse das für das Training hat, erfährst du im Video.
TONUS = Körperspannung
MOBILITÄT = Beweglichkeit
HYPER = zu viel
HYPO = zu wenig
Während die Haflingerstute (Typ „Steiftier“, linkes/oberes Bild) thorakal stabil auf dem Paddock döst, brauchen manch andere Pferde, wie auch Wallach Diego (rechtes/unteres Bild) zum Stehen allein schon maximal Kraft. Gerade diese „Weichtiere“ sacken dann oftmals in sich zusammen, weil ihnen die nötige Körperspannung und Stabilität fehlt.
Hypermobile Pferde, die wenig Tonus haben, brauchen die Dynamik der Bewegung. Durch den positiven Spannungsbogen resultiert die thorakale Getragenheit.
Daher: (Vergleichs-)Fotos im Stand sind nicht alles. Viel wichtiger ist, wie sich das Pferd vergleichsweise bewegen kann (Bewegungskompetenz) und wie sich das Gewebe anfühlt.
Zusatzmodul: Haltung, Fütterung & Hufe
PHASE II
Woche 4 – 6: Stabilisierung (Fundament)
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Nächster Termin: 13.12.1999 | 18.00 Uhr
Nimm ein max. 2-minütiges Video auf und sende es mir zu.
- Wähle zwei–drei Basisübungen aus deinem Training
- Führe sie bewusst und ruhig durch
- Achte gezielt auf die Qualität der Bewegung
- Beobachte die Reaktion deines Pferdes direkt und am Folgetag
Warum echte Fortschritte nur entstehen, wenn die Basis stimmt
Nachdem du in der ersten Phase gelernt hast, dein Pferd wirklich zu sehen und seinen aktuellen Zustand einzuordnen, geht es jetzt um den nächsten entscheidenden Schritt: Stabilität aufbauen. Nicht spektakulär. Nicht schnell. Aber nachhaltig.
Modul 1: Sichere Trainingsbasis aufbauen und erste strukturierte Übungen
In dieser Phase geht es nicht um „viel“, sondern um „richtig“. Die Übungen aus deinem Basistraining sind genau dafür da: Sie schaffen ein stabiles Fundament, auf dem alles Weitere aufbauen kann. Fokus der Übungen:
- Aktivierung der tiefen Muskulatur
- Verbesserung von Balance und Körpergefühl
- Förderung von gleichmäßiger Belastung
- Lösen von kompensatorischen Mustern
Wichtige Prinzipien dabei:
- Qualität vor Quantität: Lieber wenige saubere Wiederholungen als viele unklare.
- Langsam ist gewollt: Kontrolle entsteht nicht in Tempo, sondern in bewusster Bewegung.
- Klarheit in der Ausführung: Dein Pferd braucht eindeutige, verständliche Signale.
Ziel ist nicht „Training“, sondern gezielte, bewusste Bewegung.
Modul 2: Belastung richtig steuern – der häufigste Wendepunkt
Der Unterschied zwischen Fortschritt und Rückschritt liegt fast immer hier. Viele Pferde scheitern nicht an den Übungen –
sondern an der falschen Dosierung. Orientiere dich an diesen Leitlinien:
🔹 Kleine Schritte statt großer Sprünge: Steigere minimal – nicht maximal.
🔹 Reaktion vor Plan: Nicht dein Trainingsplan entscheidet, sondern die Antwort deines Pferdes.
🔹 Pausen sind Teil des Trainings: Anpassung passiert nicht in der Belastung, sondern danach.
🔹 Konstanz schlägt Intensität: Regelmäßige, passende Reize sind effektiver als seltene „gute Tage“.
👉 Frag dich immer: Kann mein Pferd das stabil halten – oder nur gerade so leisten?
Modul 3: Schmerzen & Überforderung vermeiden
Ein stabiler Aufbau ist nur möglich, wenn dein Pferd sich im lernbaren Bereich bewegt – nicht im Stress oder Schmerz. Achte auf diese Warnsignale:
- veränderte Bewegungsqualität (Takt, Losgelassenheit, Rhythmus)
- Ausweichbewegungen oder zunehmende Spannung
- Motivationsverlust oder Unruhe
- Verschlechterung am nächsten Tag
Wichtig zu verstehen: Nicht jede Herausforderung ist schlecht. Aber Überforderung ist es.
So bleibst du im richtigen Bereich:
- arbeite unterhalb der Belastungsgrenze, nicht darüber
- beende Einheiten, bevor dein Pferd „abbaut“
- beobachte nicht nur währenddessen, sondern auch danach
- nimm Rückschritte ernst – sie sind Feedback, kein Zufall
👉 Dein Ziel ist nicht, dein Pferd „durchzubringen“. Dein Ziel ist, es stärker herausgehen zu lassen, als es hineingegangen ist.
Abschlussgedanke
Stabilität ist unspektakulär – aber sie ist der Punkt, an dem echte Veränderung beginnt. Wenn das Fundament stimmt, wird alles leichter.Wenn es fehlt, wird alles instabil bleiben. Arbeite ruhig. Arbeite klar.
Und vor allem: arbeite so, dass dein Pferd dir langfristig folgen kann.
Modul 1: Sichere Trainingsbasis aufbauen und erste strukturierte Übungen
Wichtig: Alle folgenden Übungen werden natürlich immer von beiden Händen gearbeitet.
Die gezeigten Techniken und Übungen haben keinen Anspruch auf Heilung, es gilt immer die Individualität des Pferdes zu beachten.
Bitte kläre das Training unbedingt mit dem Tierarzt, Trainer oder Therapeut deines Vertrauens ab.
Herantreten und Kontaktaufnahme
Nimm vorsichtig Kontakt zu deinem Pferd auf, ohne es zu überfallen und checke die Spannungslage, den derzeitigen Tonus, Fokus und die Kommunikation.
Herantreten und Kontaktaufnahme
Nimm vorsichtig Kontakt zu deinem Pferd auf, ohne es zu überfallen und checke die Spannungslage, den derzeitigen Tonus, Fokus und die Kommunikation.
Stop & Go
Überprüfe die Reaktion des Pferdes auf die vorwärts treibende Hilfe, sowie das Anhalten. Checke dabei selbst wieder deine eigene Energie und Körperhaltung/-drehung.
Pendelbewegung & Biegung
Spüre erst einmal in die natürliche Bewegung und bleibe passiv. Kippt dir dein Pferd auf einer Seite mehr nach innen/außen oder hält es gut die Balance?
Nutze dann die Pendelbewegung gezielt um das Pferd zu bewegen. Wann kannst du welches Bein ansteuern? Wohin kannst du mehr pendeln, um dein Pferd in Balance zu bringen?
Tipp: Fühlst du dich wohl dabei, schließe gerne die Augen, um noch bewusster wahrnehmen zu können.
Pendelbewegung & Biegung
Spüre erst einmal in die natürliche Bewegung und bleibe passiv. Kippt dir dein Pferd auf einer Seite mehr nach innen/außen oder hält es gut die Balance?
Nutze dann die Pendelbewegung gezielt um das Pferd zu bewegen. Wann kannst du welches Bein ansteuern? Wohin kannst du mehr pendeln, um dein Pferd in Balance zu bringen?
Tipp: Fühlst du dich wohl dabei, schließe gerne die Augen, um noch bewusster wahrnehmen zu können.
Was soll denn eigentlich
gelöst
werden?
Hier sprechen wir von Strukturen, die zu fest (=hyperton) bzw. wenig verschieblich sind, sich verkürzt haben und dadurch zu einer Einschränkung des physiologischen Bewegungspotentials führen (= Kompensationen).
Eine Kompensation
…ist vereinfacht gesprochen ein Ausgleich. Zum Beispiel, weil eine Struktur ihre Aufgabe nicht übernimmt, springen andere Strukturen dafür ein. Das ist übrigens ein überlebenswichtiger, natürlicher Vorgang! Kurzfristig ist das auch nicht weiter schlimm.
Besteht eine Kompensation allerdings über einen längeren Zeitraum, können die kompensierenden Strukturen Schaden nehmen. Daher ist es wichtig zu wissen, ob und wo das Pferd kompensiert, um gezielt unterstützen zu können.
Bewegermuskulatur ist gemacht für An – und Abspannen. Muss ein Bewegungsmuskel allerdings kompensatorisch Haltearbeit (=Stabilisierung) übernehmen, hypertonisiert er und dann sprechen wir umgangssprachlich von einer Verspannung.
Die
Grundregeln
zum Lösen
- So wenig wie möglich, so viel wie nötig!
Achte auf deine Druckintensität. Beginne immer mit der sanftesten Stufe und steigere dich langsam. Dadurch, dass wir an Verspannungen arbeiten, befinden wir uns manchmal im Schmerzbereich. Es geht nur MIT dem Pferd. Wir möchten es nicht in eine Abwehrhaltung (= Schutzspannung) bringen.
- Stelle deine Frage zu Ende!
Nach dem „Pressure-Pressure-Release-Prinzip“ wartest du geduldig auf die entsprechende Antwort des Pferdes und passt den Druck ggf. an. Bekommst du die gewünschte Reaktion, nimmst du den Druck weg. So lernt das Pferd mit der Zeit, welche Lösung es zeigen soll. Hierbei sind dein Timing und Kontinuität wichtig. Erst Ansteuerung, dann Routine!
- Druck ist nicht per se negativ!
Denk an zB eine Massage oder Druck in Form von positivem Stress (=Eustress). Druck ist nötig für Weiterentwicklung und Veränderung. Es kommt dabei nur auf die Dosis und den gelernten Umgang mit Druck an.
- Der Dimmschalter bzw das Topfschlagen
Gehe bewusst mit Druck um, bzw. dimme die Intensität, wie mit einem Schalter. Reagiert dein Pferd in die richtige Richtung, reduziere den Druck. Erhöhe vorsichtig im entgegengesetzten Fall. So kannst du über die Intensität mit deinem Pferd kommunizieren. Eine andere Metapher hierzu wäre das Spiel „Topfschlagen“ vom Kindergeburtstag.
Wichtig: Das Lösen von Kompensationen sollte nur einen Teil des ganzen Trainings ausmachen!
Absolut essentiell ist danach das Stabilisieren.
Wenn ich nämlich meinem Pferd Plan A (sprich sein Kompensationsmuster) wegnehme, ohne ihm zu zeigen, wie es sich stattdessen bewegen kann (Plan B), bringe ich es in teils größere Schwierigkeiten.
Ein Beispiel: Ich nehme einer Person den Krückstock weg und sag nur: Jetzt lauf halt!
Was wird passieren? Vom Umfallen bis panische Angst kann alles vorkommen. Im unwahrscheinlichsten Fall schreitet diese Person dynamisch daher.
Was ich damit sagen will: Neue Muster müssen geübt werden, damit diese dann mit der Zeit selbstständig umgesetzt werden können.
Weich werden Ausweichen
Intro statisches Lösen
Druckverständnis etablieren
Das Pferd soll lernen, auf Druck weich zu werden und nicht auszuweichen! Beginne immer mit dem sanftesten Druck und steigere langsam. Sobald das Pferd die gewünschte Reaktion zeigt, nimm den Druck weg und bestätige es dadurch.
Jede noch so richtige Hilfe kann nur ankommen und wirksam sein, wenn sie dein Pferd verstanden hat. Daher ist immens wichtig, hier erst einmal den Fokus darauf zu legen.
Ziel hierbei ist immer ein Weich Werden. Denk zum Beispiel an das biegende Bein beim Reiten: Du möchtest weder ein Gegendrücken oder Aushalten, noch ein Ausweichen, sondern ein Weich Werden im Rumpf, welches dann Biegung ermöglicht.
Übrigens: Ein Nachstreicheln verhindert oft den Verarbeitungsprozess beim Pferd. Lass es stattdessen lieber in seinen Körper nachspüren.
M. Rhomboideus Lösen im Stand
Dieser Muskel hat großen Einfluss auf die Oberlinie (=dorsale Kette). Wenn verkürzt, steckt das Pferd meist in Extension fest.
Genick Lösen im Stand
Individuelle Strukturen Lösen im Stand
Nutze deinen Hand wie einen Scanner und erfühle Verspannungen (Knubbel, Dellen, feste plattige Strukturen, generell Gewebe mit wenig Verschieblichkeit).
Funktionales Fasziengewebe zeichnet sich unter anderem durch Verschieblichkeit aus
Verarbeitungspausen nutzen
Gib deinem Pferd die Zeit, in seinen Körper nachzuspüren und hindere es nicht durch ein Klopfen oder Nachstreicheln daran. Verarbeitungsprozesse erkennst du oft an Blinzeln, Maulzucken, Schlecken, Kauen, Gähnen, etc..
Nutze diese Zeit, um selbst durchzuatmen und wirklich im Hier und Jetzt anzukommen. Außerdem kannst du schon mal gut beobachten, wie dein Pferd reagiert, wo es sich evtl. noch festhält und inwieweit sich Strukturen vielleicht schon verändern. Das ist ein wirklich wichtiger Teil von guter Kommunikation mit deinem Pferd.
Denke immer daran: Der Körper ist ein großes ganzes System. Alles hat immer EInfluss auf das ganze System.
Zwischenrippenmuskulatur ausstreichen im Stand
Erziele verbesserte Verschieblichkeit und Rumpfmobilität mit dieser Übung. Arbeite dich vorsichtig von Rippe zu Rippe. Behalte dabei immer die Atmung und sonstige Reaktionen deines Pferdes im Blick. Zeigt dein Pferd, dass es ihm unangenehm ist, reduziere die Druckintensität.
Triggerpunkte lösen
HWS anheben
Modul 2: Belastung richtig steuern
Warum nicht die Übung entscheidet – sondern die richtige Dosierung
Viele Reha-Prozesse scheitern nicht daran, was gemacht wird. Sondern daran, dass das Pferd falsch belastet wird. Zu viel. Zu schnell. Zu früh.
Und genau deshalb ist dieses Thema so entscheidend. Denn selbst gute Übungen können Probleme verschlechtern, wenn die Belastung nicht zum aktuellen Zustand des Pferdes passt.
Warum Belastungssteuerung so wichtig ist: Der Körper deines Pferdes braucht Zeit, um sich anzupassen. Muskulatur, Faszien, Gelenke und Nervensystem reagieren nicht auf Druck – sondern auf passende Reize. 👉 Der richtige Reiz fördert Entwicklung. 👉 Zu viel Reiz erzeugt Kompensation, Spannung oder Rückschritte.
Der häufigste Fehler: „Es läuft doch besser“: Viele Besitzer steigern genau dann zu schnell, wenn die ersten Fortschritte sichtbar werden. Das Pferd wirkt motivierter. Die Bewegung sieht besser aus. Und plötzlich wird: Länger trainiert, häufiger gearbeitet, intensiver gefordert. Das Problem: Verbesserung bedeutet nicht automatisch Belastbarkeit. 👉 Fortschritt muss erst stabil werden, bevor du weiter steigerst.
Woran du erkennst, dass die Belastung passt: Die richtige Belastung erkennst du nicht während des Trainings allein – sondern an der gesamten Reaktion deines Pferdes. Nicht jedes Pferd reagiert gleich: Was für ein Pferd passend ist, kann für ein anderes bereits zu viel sein. Belastung hängt unter anderem ab von aktuellem Zustand, Schmerzen oder Vorschädigungen, Muskelstatus, mentaler Belastbarkeit, Bewegungsqualität. 👉 Deshalb funktioniert kein starrer Standardplan für alle Pferde.
Gute Zeichen:
✔ ruhige, gleichmäßige Bewegung
✔ stabile Ausführung der Übungen
✔ entspannte Körpersprache
✔ normale Regeneration
✔ konstante oder verbesserte Qualität am nächsten Tag
Warnsignale:
❌ zunehmende Spannung
❌ Ausweichbewegungen
❌ Taktveränderungen
❌ schnelle Ermüdung
❌ Verschlechterung am Folgetag
❌ Unruhe oder Widerstand
👉 Wichtig: Nicht jede Verschlechterung passiert sofort sichtbar während der Einheit. Deshalb ist die Beobachtung nach dem Training genauso wichtig wie währenddessen.
Weniger ist oft mehr: Gerade in der Reha bringt „mehr machen“ selten bessere Ergebnisse. Der Körper lernt über: Wiederholung, Qualität, passende Reize, ausreichende Erholung, Nicht über Überforderung.
Diese Prinzipien helfen dir bei der Belastungssteuerung
1. Kleine Schritte statt große Sprünge: Steigere niemals mehrere Dinge gleichzeitig. Zum Beispiel: länger oder intensiver oder häufiger. Aber nicht alles auf einmal.
2. Qualität vor Dauer: Eine kurze, saubere Einheit ist wertvoller als langes Training mit schlechter Bewegungsqualität. 👉 Höre lieber früher auf – bevor dein Pferd abbaut.
3. Beobachte den Folgetag: Viele Pferde kompensieren während der Einheit noch gut. Erst am nächsten Tag zeigen sich: Müdigkeit, Spannung, Verschlechterung, Überforderung. 👉 Der Folgetag ist oft dein ehrlichstes Feedback.
4. Pausen sind Teil des Trainings: Anpassung entsteht nicht nur in der Belastung – sondern in der Erholung danach. Deshalb gehören Pausen bewusst in einen guten Reha-Prozess.
Die wichtigste Frage im Training
Frag dich nicht: „Kann mein Pferd das schaffen?“, sondern: „Kann mein Pferd das stabil und sinnvoll verarbeiten?“ Das verändert deinen gesamten Blick auf Reha.
Deine Aufgabe für dieses Untermodul
Beobachte dein Pferd während und nach dem Training bewusst
Notiere Veränderungen am Folgetag
Überprüfe ehrlich, ob die aktuelle Belastung wirklich passend ist
Reduziere lieber frühzeitig statt zu spät
Achte konsequent auf Bewegungsqualität statt auf Trainingsdauer
Abschlussgedanke
Gute Reha entsteht nicht durch Druck.
Sondern durch bewusst gesteuerte Entwicklung.
Wenn du lernst, Belastung richtig einzuschätzen, vermeidest du genau die Rückschritte, die viele Reha-Prozesse unnötig schwer machen.
Manchmal ist der wichtigste Fortschritt nicht „mehr zu machen“ –
sondern rechtzeitig weniger.
Modul 3: Schmerzen und Überforderung vermeiden
Warum Fortschritt nur dann entsteht, wenn dein Pferd im richtigen Bereich arbeitet
Viele Besitzer denken: „Ein bisschen fordern muss man doch.“ Und grundsätzlich stimmt das auch. Denn ohne Trainingsreiz keine Entwicklung. Aber genau hier liegt die Schwierigkeit in der Reha: Der Unterschied zwischen sinnvoller Herausforderung und Überforderung ist oft viel kleiner, als viele denken.
Der Körper lernt nicht unter dauerhaftem Stress: Damit sich Muskulatur, Bewegung und Belastbarkeit verbessern können, braucht dein Pferd einen Zustand, in dem Lernen überhaupt möglich ist.
Zu wenig Reiz → keine Entwicklung
Zu viel Reiz → Schutzspannung, Kompensation oder Rückschritt.
👉 Ziel ist nicht Schonung.
👉 Ziel ist der richtige Trainingsreiz.
Warum Überforderung oft zu spät erkannt wird: Viele Pferde sind unglaublich kooperativ. Sie zeigen nicht sofort deutlich: „Das ist zu viel.“, stattdessen kompensieren sie. Das bedeutet: Das Pferd funktioniert scheinbar noch –
aber die Bewegungsqualität verschlechtert sich langsam.
Schmerzen richtig einordnen: Nicht jede Unsicherheit bedeutet sofort Schmerz. Aber Schmerzen verändern immer Bewegung. Deshalb ist Beobachtung so wichtig. Mögliche Hinweise auf Schmerzen: Deutliche Bewegungsvermeidung, plötzliche Veränderungen, starke Abwehrreaktionen, anhaltende Verschlechterung, fehlende Regeneration. 👉 Wenn du unsicher bist, gilt immer: Lieber frühzeitig abklären lassen als zu lange weiterarbeiten.
Der größte Fehler: zu lange „durchziehen“: Viele Besitzer merken: „Irgendwie wird es gerade schlechter…“ … trainieren aber weiter, weil der Plan „durchgezogen“ werden soll, Fortschritt erzwungen werden möchte und Rückschritte frustrieren. Das Problem: Der Körper interessiert sich nicht für den Plan. Er reagiert nur auf Belastung. 👉 Gute Reha bedeutet, flexibel reagieren zu können.
So setzt du sinnvolle Trainingsreize
Ein guter Trainingsreiz bedeutet:
leichte Herausforderung
hohe Bewegungsqualität
ausreichend Kontrolle
stabile Regeneration danach
Pausen sind kein Rückschritt: Viele haben Angst, „zu wenig zu machen“. Dabei entstehen Anpassung und Heilung oft genau in den Ruhephasen. Pausen entlasten das Nervensystem, ermöglichen Regeneration, stabilisieren neue Bewegungsmuster 👉 Erholung ist kein Zeichen von Schwäche. Sie ist Teil des Trainings.
Dein Ziel in der Reha
Nicht: „Wie viel kann mein Pferd schaffen?“, Sondern: „Wie kann mein Pferd sich langfristig besser bewegen?“ Das verändert alles dein Tempo, deine Entscheidungen, deinen Blick auf Fortschritt
Deine Aufgabe für dieses Untermodul
Beobachte bewusst die Bewegungsqualität deines Pferdes
Achte auf körperliche UND mentale Reaktionen
Notiere Warnsignale frühzeitig
Beende Einheiten lieber etwas früher
Überprüfe ehrlich, ob dein Pferd gerade in der Entwicklungszone arbeitet
Abschlussgedanke
Die besten Reha-Prozesse entstehen nicht durch Druck.
Sondern durch kluge, bewusste Belastung.
Wenn dein Pferd sich sicher genug fühlt, um sinnvoll zu arbeiten, kann echte Entwicklung entstehen.
Nicht in der Überforderung.
Sondern genau dazwischen:
Zwischen Komfortzone und zu viel.
PHASE III
Woche 7 – 9: Aufbau & Funktion
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Nächster Termin: 13.12.1999 | 18.00 Uhr
Sende mir ein max. 2-minütiges Video von zwei – drei lösenden Übungen und der Übung vom Bein zur Hand.
- Ergänze dein Training um ein–zwei neue Übungen
- Achte bewusst darauf, welche Muskulatur dein Pferd nutzt
- Beobachte, ob sich die Bewegungsqualität verbessert
- Passe Übungen individuell an dein Pferd an
- Plane weiterhin ausreichend Erholungsphasen ein
Wie aus Stabilität echte Tragfähigkeit und gesunde Bewegung entsteht
Nachdem du in der zweiten Phase das Fundament gelegt hast, geht es jetzt um den nächsten Schritt: Gezielter Aufbau. Nicht einfach „mehr machen“ – sondern richtig aufbauen, sodass dein Pferd funktionell stärker wird und sich nachhaltig besser bewegen kann.
Modul 1: Muskelaufbau gezielt steuern
Muskelaufbau passiert nicht durch „Arbeit“, sondern durch passend gesetzte Reize + ausreichende Erholung. Und genau hier liegt der Unterschied zwischen zufälligem Training und echtem Aufbau. Worauf es jetzt ankommt:
🔹 Die richtigen Muskeln ansprechen: Es geht nicht um „mehr Muskel“, sondern um funktionelle Muskulatur:
- tragende Muskulatur
- stabilisierende Strukturen
- koordinative Zusammenarbeit im Körper
🔹 Bewegung vor Kraft: Nur korrekt ausgeführte Bewegung führt zu sinnvoller Muskelentwicklung.
🔹 Reiz + Pause = Fortschritt. Ohne Anpassungszeit kein Aufbau.
Typischer Fehler in dieser Phase: Zu schnell „mehr“ wollen (länger, intensiver, häufiger). Das Ergebnis:
Spannung, Kompensation – und oft Rückschritte.
👉 Ziel ist ein Pferd, das sich besser bewegt, nicht nur „mehr macht“.
Modul 2: Beweglichkeit verbebessern über funktionelles Training
Mit wachsender Stabilität kannst du jetzt die Übungen erweitern. Ziel ist es, die Bewegungsqualität zu verbessern und den Körper vielseitiger belastbar zu machen. Schwerpunkte in dieser Phase:
- Verbesserung der Gelenkbeweglichkeit
- Förderung von koordinierten Bewegungsabläufen
- Kombination aus Stabilität und Mobilität
- Training über verschiedene Bewegungsrichtungen
Beispiele aus deinem Basistraining:
- Variationen bereits bekannter Übungen
- Erweiterung von Bewegungsumfang und Anforderungen
- Kombination mehrerer Elemente (z. B. Balance + Bewegung)
Wichtig dabei:
🔹 Saubere Basis bleibt Voraussetzung:
Neue Übungen machen nur Sinn, wenn die alten stabil funktionieren.
🔹 Schrittweise steigern: Nicht alles gleichzeitig verändern.
🔹 Bewegung beobachten: Mehr Beweglichkeit bedeutet nicht automatisch bessere Bewegung.
👉 Ziel ist ein Pferd, das sich frei, kontrolliert und funktionell sinnvoll bewegt.
Modul 3: Anpassung an individuelle Problematiken
Jetzt wird dein Training noch spezifischer. Du hast im ersten Modul den Status deines Pferdes analysiert – und genau darauf baust du jetzt auf. Denn: Jedes Pferd bringt seine eigene Geschichte mit; alte Verletzungen, ungünstige Bewegungsmuster, körperliche Schwächen, mentale Faktoren.
Das bedeutet für dein Training: Es gibt keinen Standardplan. Nur Prinzipien – die du individuell anwendest.
Frage dich bei jeder Einheit:
- Was braucht dieses Pferd heute?
- Wo liegen aktuell die größten Einschränkungen?
- Welche Übung bringt genau hier Verbesserung?
👉 Erfolgreiche Reha ist immer individuell angepasst – nicht kopiert.
Abschlussgedanke
Aufbau ist mehr als Muskeltraining. Es ist die Verbindung aus: Bewegung, Kontrolle und Anpassung
Wenn du diesen Schritt bewusst gehst, entsteht nicht nur Kraft –
sondern ein Körper, der diese Kraft auch sinnvoll nutzen kann.
Modul 1: Muskelaufbau gezielt steuern
Muskelaufbau gezielt steuern
Viele denken beim Muskelaufbau sofort an: Mehr Training = mehr Muskulatur. Doch gerade in der Reha funktioniert der Körper nicht so einfach. Denn Muskelaufbau bedeutet nicht automatisch bessere Bewegung, mehr Stabilität, gesunde Belastbarkeit. 👉 Entscheidend ist, wie Muskulatur arbeitet – nicht nur, dass sie vorhanden ist.
Die Aufgabe von Muskulatur: Muskeln sind nicht einfach „Kraftpakete“. Sie haben viele wichtige Funktionen: Stabilisation, Bewegung, Stoßdämpfung, Koordination, Haltung, Schutz von Gelenken und Strukturen. 👉 Gute Muskulatur arbeitet nicht isoliert.
Sie arbeitet immer im Zusammenspiel mit dem gesamten Körper.
Warum Faszien dabei so wichtig sind: Muskeln funktionieren niemals alleine. Sie sind über Faszien miteinander verbunden – ein Netzwerk aus Bindegewebe, das: Kraft überträgt, Bewegung verbindet, Spannung verteilt, Stabilität unterstützt. Wenn Faszien unbeweglich, überlastet oder dauerhaft unter Spannung sind, beeinflusst das: Bewegungsqualität, Koordination, Belastbarkeit, Muskelarbeit. 👉 Deshalb reicht reines „Krafttraining“ in der Reha nicht aus. Der Körper muss funktionell zusammenarbeiten können.
Was bedeutet Muskelatrophie? Muskelatrophie bedeutet Muskelabbau. Sie entsteht zum Beispiel durch: Schmerzen, Schonhaltung, längere Pause, Fehlbelastung, mangelnde Nutzung. Das Problem: Der Körper baut Muskulatur immer dort ab, wo sie nicht sinnvoll genutzt wird. 👉 Besonders betroffen sind oft: Stabilisierende Muskulatur, tragende Strukturen, tieferliegende Muskelgruppen
Was bedeutet Muskelhypertrophie? Muskelhypertrophie bedeutet Muskelwachstum. Das passiert, wenn Muskulatur: Passend belastet wird, ausreichend regenerieren kann, funktionell genutzt wird. Aber wichtig:
Nicht jede sichtbare Muskulatur bedeutet automatisch gute Funktion. Ein Pferd kann „muskulös“ wirken –
und sich trotzdem schlecht oder kompensiert bewegen. 👉 Ziel in der Reha ist deshalb: Funktionelle Muskulatur, nicht reine Masse.
Funktionelles Training – was bedeutet das eigentlich?
Funktionelles Training bedeutet: Der Körper lernt, sinnvoll und koordiniert zusammenzuarbeiten. Es geht nicht darum, einzelne Muskeln isoliert zu trainieren. Sondern darum:
Bewegungsmuster zu verbessern
Stabilität und Mobilität zu verbinden
den Körper belastbarer zu machen
Merkmale von funktionellem Training
✔ Bewegungsqualität statt reine Anstrengung: Nicht „mehr machen“, sondern besser bewegen.
✔ Mehrere Strukturen arbeiten zusammen: Muskeln, Faszien, Gelenke und Nervensystem beeinflussen sich gegenseitig.
✔ Kontrolle & Stabilität stehen im Vordergrund: Ein Pferd soll Bewegung nicht nur ausführen können – sondern kontrollieren können.
✔ Alltagstauglichkeit: Das Training soll die Belastbarkeit im echten Leben verbessern.
Wichtige Zeiträume in der Reha:
- Erste Veränderungen: Oft nach wenigen Wochen sichtbar
- (z. B. bessere Bewegung, mehr Stabilität)
- Spürbarer Muskelaufbau: Meist erst nach mehreren Wochen konsequenter Arbeit
- Nachhaltige Anpassung: Entsteht über Monate
👉 Deshalb ist Geduld kein „Bonus“ in der Reha. Sie ist Voraussetzung.
Deine Aufgabe für dieses Untermodul
Beobachte dein Pferd nicht nur optisch, sondern in seiner Bewegung
Achte auf Stabilität und Bewegungsqualität
Hinterfrage, ob Übungen funktionell sinnvoll sind
Plane ausreichend Regeneration ein
Habe Geduld mit körperlichen Veränderungen
Abschlussgedanke
Echter Muskelaufbau entsteht nicht durch Druck.
Sondern durch sinnvolle Bewegung, passende Belastung und Zeit.
Das Ziel ist nicht einfach ein „trainiertes Pferd“.
Sondern ein Körper, der stabil, koordiniert und funktionell arbeiten kann.
Denn genau das macht langfristige Belastbarkeit möglich.
Modul 2: Beweglichkeit verbessern über funktionelles Training
Intro Lösen in Bewegung
Unterhals Lösen in Bewegung
Oberlinie Hals Lösen in Bewegung
Scapulastrukturen Lösen in Bewegung
Fühle dich vorsichtig in die Strukturen rund um das Schulterblatt ein. Vor allem der Bereich um den M. trapezius. Warte hierbei auf einen Release. Ein Ausweichen, Schwanen oder Stocken deutet auf ein Problem hin. Bleiben sanft dran, bis die Bewegung wieder weich fließt.
Wie fühlt sich ein Release an:
Du kannst mit deinem Druck sanft ins Gewebe eintauchen. Stell dir vor, wie wenn du mit deinem Finger auf ein Stück kalte Butter drückst. In dem Moment, indem die Butter weicher wird, kannst du tiefer einsinken.
Latissimus Lösen
Am besten auf der ganzen Bahn an der Bande entlang. Deine eigene Position ist hinter dem Schulterblatt und das Pferd bleibt ganz gerade.
Gib angepasste Impulse im Moment des Vorfußens des inneren Vorderbeins mit deiner flachen Hand. Ziel ist ein dynamisches, lockeres Vorschwingen der Vorhand und ein Fallenlassen des Halses mit geöffnetem Ganaschenwinkel.
Zwischenrippenmuskulatur ausstreichen in Bewegung
Rumpf mobilisieren in Bewegung
Stabilisieren bedeutet nun den Rumpftrageapparat zu aktivieren und über Wiederholung zu kräftigen. Erst wenn der Rumpfträger (M. Serratus ventralis) seine Aufgabe übernimmt und den Rumpf des Pferdes dynamisch nach oben stabilisiert, können die Bewegermuskeln loslassen, aus dem Hypertonus kommen und ihre Rolle als Beweger ausführen.
Erst wenn Stabilisatoren stabilisieren, können Beweger bewegen.
Andernfalls müssen Beweger Stabilisationsarbeit machen, für die sie nicht gedacht sind (= Kompensation).
Vereinfacht gesagt sollten wir unseren Pferden zwei Dinge beibbringen: Kurven laufen und verschleißfrei einen Reiter tragen. Beides zählt naturgemäß nämlich nicht unbedingt zum Repertoire eines Pferdes. Es ist unsere Aufgabe sie darauf vorzubereiten. Am Besten noch vor dem Anlongieren und Anreiten.
Ein Pferd wird nicht als Reittier geboren!
Checkliste stabilisierende Übungen:
- Länge
- Losgelassenheit
- Herandehnen / Zug an die Hand
- Abdruck vom Hinterbein
Vom Bein zur Hand
Lege deine Hand in Gurt- bzw Schenkellage und gib kleine Impulse Richtung Kappzaum. Die Longenhand bleibt dabei weich und kommt immer wieder zum Nachegeben. Warte darauf, bis das Pferd von hinten nach vorne an die Hand herantritt. Die Übung stellt eine wichtige Vorbereitung für das Reiten dar, weil die Schenkelhilfe geübt wird.
- Zug an die Hand
- Abdruck vom Hinterbein
- Auf Druck Groß werden
- Thorax Ansteuerung
- Positiver Spannungsbogen
- Übergänge in Flexion
- Ausweichen /Über die Schulter weglaufen
- Zu feste Hand, zu viel Einwirkung über Seil
- Position!
Basicmove / Energie schicken
Wie der Name vermuten lässt, ist das DOE Übung für ein neues physiologisches Bewegungsmuster. Vor allem auf einer Kreislinie, aber auch auf jeder anderen gewählten Linie.
Beginnen an der Halswirbelsäule (HWS) mit Flexion, Lateralfelxion (= Biegung) und Rotation arbeitest du dich Schritt für Schritt weiter hinter Richtung Brustwirbelsäule (BWS). Schicke den Impuls vorsichtig zum äußeren Buggelenk, um die äußere Schulter nach vorne-außen zu öffnen und anzuheben. Achte dabei immer darauf, dass die Brustbein-Widerrist-Achse im Lot bleibt.
Diese Übung dehnt Strukturen, wie zB den M. latissimurs dorsie und die Pectoralmuskulatur. Zusätzlich fördert sie die Rumpfmobilität und aktiviert den Rumpfträger (M. Serratus ventralis).
- Stabilität
- Mobilität
- 3D Bewegung
- Ausweichen
- Pferd kippt nach innen / außen
- Kreuzen der Vorderbeine
- Kreuzen / Übertreten der Hinterbeine
Modul 3: Anpassung an individuelle Problematiken
PHASE IV
Woche 10 – 12: Rückkehr zu Belastbarkeit
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Nächster Termin: 13.12.1999 | 18.00 Uhr
- Überlege, wie du deine bisherigen Übungen in den Alltag integrierst
- Definiere feste Elemente, die du beibehalten möchtest
- Erstelle einen groben, flexiblen Trainingsplan
- Beobachte dein Pferd weiterhin regelmäßig und bewusst
- Triff eigenständig erste Anpassungen
Wie dein Pferd nachhaltig stabil bleibt - auch über die Reha hinaus
Diese Phase ist der Übergang. Von gezielter Reha hin zu einem belastbaren, alltagstauglichen Pferd. Jetzt zeigt sich, wie gut dein Fundament wirklich ist. Denn das Ziel ist nicht nur Verbesserung – sondern Stabilität unter realen Bedingungen.
Modul 1: Trainingsintegration im Alltag
Reha endet nicht – sie verändert nur ihre Form. Damit dein Pferd langfristig gesund bleibt, muss das Gelernte in den Alltag integriert werden. Was das konkret bedeutet:
- Übungen werden Teil eurer normalen Arbeit
- Bewusstsein für Bewegung bleibt bestehen
- Qualität steht weiterhin über „einfach machen“
Typischer Fehler: Nach der Reha wird „wieder normal geritten“ – ohne die neu erarbeiteten Grundlagen mitzunehmen. Das Ergebnis: alte Muster kommen zurück.
Stattdessen:
- integriere bekannte Übungen regelmäßig
- nutze Alltagssituationen bewusst (Aufwärmen, Übergänge, Pausen)
- bleibe aufmerksam für Bewegungsqualität
👉 Ziel ist ein Alltag, der dein Pferd unterstützt – nicht wieder zurückwirft.
Modul 2: Rückfallprophylaxe – Probleme erkennen, bevor sie entstehen
Ein gesundes Pferd bleibt nicht „einfach so“ gesund. Der Unterschied liegt darin, wie früh du Veränderungen wahrnimmst – und wie du darauf reagierst. Deine wichtigsten Tools:
- deine geschulte Blickschulung
- regelmäßige, bewusste Beobachtung
- ehrliche Einordnung kleiner Veränderungen
Achte besonders auf:
- schleichende Veränderungen in der Bewegung
- kleine Spannungen oder Asymmetrien
- nachlassende Qualität bei bekannten Übungen
👉 Je früher du reagierst, desto kleiner bleibt das Problem.
Modul 3: Dein langfristiger Trainingsplan
Jetzt geht es darum, Struktur zu behalten – ohne starr zu werden. Ein guter Plan gibt Orientierung, bleibt aber flexibel genug für dein Pferd.
Ein sinnvoller Aufbau:
- Erhalt der Basisarbeit (regelmäßige Wiederholung)
- gezielte Weiterentwicklung (angepasste Reize)
- ausreichende Erholung (bewusst eingeplant)
Wichtige Prinzipien:
🔹 Kein Zurück in alte Muster: Mehr ist nicht automatisch besser.
🔹 Anpassung statt Routine: Dein Pferd verändert sich – dein Training auch.
🔹 Regelmäßige Standortbestimmung: Überprüfe immer wieder den aktuellen Status.
👉 Ein guter Trainingsplan ist kein starres System – sondern ein lebendiger Prozess.
Abschlussgedanke
Reha ist kein abgeschlossener Prozess. Sie ist der Anfang eines neuen Umgangs mit deinem Pferd.
Wenn du das Gelernte wirklich integrierst, entsteht etwas, das bleibt:
Ein stabiles, belastbares Pferd – und ein Besitzer, der weiß, was er tut.
Modul 1: Trainingsintegration im Alltag
Warum echte Veränderung erst dann entsteht, wenn sie Teil eures normalen Alltags wird
Viele Pferde verbessern sich während einer Reha und fallen danach wieder in alte Muster zurück. Nicht weil die Übungen falsch waren. Sondern weil das Gelernte nie wirklich in den Alltag übernommen wurde.
Reha endet nicht nach 12 Wochen: Die Reha ist nicht einfach „fertig“. Denn langfristige Stabilität entsteht nicht durch einzelne Übungen –
sondern durch die Art, wie dein Pferd sich dauerhaft bewegt und belastet. 👉 Genau deshalb ist dieses Untermodul so wichtig.
Das Ziel ist: Das Gelernte nicht nur „im Training“ umzusetzen, sondern im gesamten Umgang mit deinem Pferd.
Warum Alltag wichtiger ist als einzelne Trainingseinheiten: Eine gute Einheit bringt wenig, wenn der Rest des Tages: Alte Bewegungsmuster verstärkt, Überlastung erzeugt, Spannung fördert, unpassende Belastung bringt.👉 Der Körper lernt über Wiederholung. Nicht nur in den Übungen – sondern jeden Tag.
Trainingsintegration bedeutet nicht „mehr machen“ : Besitzer versuchen, möglichst viele Übungen zusätzlich unterzubringen. Das führt oft zu: Stress, Überforderung, unklarer Struktur 👉 Trainingsintegration bedeutet nicht mehr Aufwand, sondern bewussteres Arbeiten. Das Ziel: Bewusste Bewegung im Alltag. Die entscheidende Frage ist nicht: „Wann trainiere ich?“, sondern:„Wie bewegt sich mein Pferd insgesamt?“
Integration beim Reiten: Reiten ist nicht getrennt von der Reha. Es ist Teil davon. Wichtige Fragen beim Reiten:
- Bewegt sich mein Pferd gleichmäßig?
- Bleibt die Bewegung ruhig und kontrolliert?
- Kann mein Pferd die Belastung stabil tragen?
- Wird die Qualität besser oder schlechter?
Auch Alltag ist Training: Viele unterschätzen: Auch kleine Situationen beeinflussen den Körper. Zum Beispiel: Führen, Wendungen, Anhalten, Rückwärtsrichten, Übergänge, enge Wendungen, Untergrund. 👉 Der Körper unterscheidet nicht zwischen „Training“ und „Alltag“.
So integrierst du das Gelernte sinnvoll. Statt: ❌ Übungen isoliert „abarbeiten“, lieber: ✔ Prinzipien überall anwenden. Zum Beispiel: Bewusstes Aufwärmen, ruhige Übergänge, kontrolliertes Tempo, saubere Linien, regelmäßige Pausen, Beobachtung der Bewegung 👉 Reha wird nachhaltig, wenn sie Teil eures normalen Umgangs wird.
Deine Aufgabe für dieses Untermodul
Beobachte, wo im Alltag alte Muster auftauchen
Überlege, wie du bekannte Prinzipien integrieren kannst
Achte bewusst auf Bewegungsqualität beim Reiten, Longieren und Führen
Reduziere unnötige Belastung oder Hektik
Schaffe Routinen, die dein Pferd langfristig unterstützen
Abschlussgedanke
Die besten Reha-Ergebnisse entstehen nicht in einzelnen perfekten Einheiten.
Sondern im Alltag.
In den kleinen Entscheidungen.
In der Art, wie dein Pferd sich jeden Tag bewegt.
Wenn du das Gelernte wirklich integrierst, entsteht etwas Nachhaltiges:
Nicht nur ein besser trainiertes Pferd –
sondern ein dauerhaft stabilerer Körper.
Modul 2: Rückfallprophylaxe
Warum langfristige Stabilität nicht zufällig entsteht
Viele Pferde machen in der Reha gute Fortschritte. Die Bewegung verbessert sich. Der Körper wird stabiler. Das Pferd wirkt belastbarer. Und trotzdem passiert es häufig, dass Probleme nach einiger Zeit wieder zurückkommen. Nicht plötzlich, sondern schleichend. Rückfälle entstehen selten „aus dem Nichts“. In den meisten Fällen kündigen sich Rückschritte früh an, oft durch kleine Veränderungen: Minimale Spannungen, veränderte Bewegungsmuster, schlechtere Bewegungsqualität, frühere Ermüdung, Unruhe oder Unlust. 👉 Das Problem ist selten, dass diese Signale fehlen. Sondern dass sie zu spät erkannt werden.
Warum Rückfallprophylaxe so wichtig ist: Der Körper deines Pferdes speichert Bewegungsmuster. Das bedeutet: Auch alte Kompensationen verschwinden nicht einfach komplett. Unter Stress, Überlastung, Schmerzen, unpassender Belastung… greift der Körper oft wieder auf alte Muster zurück. 👉 Deshalb endet gute Reha nicht bei Verbesserung. Sondern erst bei langfristiger Stabilität.
Früh erkennen statt spät reagieren: Viele reagieren erst, wenn Probleme deutlich sichtbar werden. Zum Beispiel: Lahmheit, starke Verspannung, deutliche Verschlechterung, Leistungseinbruch. Doch genau hier wird Reha oft unnötig schwer. 👉 Je früher du Veränderungen erkennst, desto einfacher kannst du gegensteuern. 👉 Kleine, konstante Reize sind oft wertvoller als seltene intensive Einheiten.
Rückschritte sind Feedback – kein Scheitern. Ein wichtiger Perspektivwechsel: Nicht jeder Rückschritt bedeutet, dass „alles umsonst war“. Oft zeigt der Körper einfach: „Die aktuelle Belastung passt gerade nicht.“ 👉 Gute Reha bedeutet nicht, Rückschritte komplett zu vermeiden, sondern frühzeitig sinnvoll darauf reagieren zu können.
Deine Aufgabe für dieses Untermodul
Beobachte dein Pferd regelmäßig bewusst
Notiere kleine Veränderungen frühzeitig
Überprüfe Belastung und Trainingsqualität ehrlich
Integriere Basisarbeit langfristig in euren Alltag
Reagiere frühzeitig statt erst bei deutlicher Verschlechterung
Abschlussgedanke
Langfristige Gesundheit entsteht nicht durch Zufall.
Sondern durch Aufmerksamkeit, Anpassung und bewusstes Handeln.
Je besser du lernst, kleine Veränderungen wahrzunehmen, desto leichter wird es, dein Pferd dauerhaft stabil zu begleiten.
Nicht perfekt.
Aber bewusst, frühzeitig und sinnvoll.
Modul 3: Dein langfristiger Trainingsplan
Wie du einen sinnvollen Trainingsplan erstellst, der dein Pferd wirklich weiterbringt
Viele Pferde werden nicht falsch trainiert, weil die Besitzer zu wenig machen. Sondern weil Belastung unklar ist, Reize zufällig gesetzt werden, Regeneration fehlt, wichtige Bereiche nicht sinnvoll kombiniert werden. 👉 Genau deshalb braucht gute Reha Struktur. Nicht starr. Aber klar. Denn ein sinnvoller Trainingsplan hilft dir Belastung bewusst zu steuern, Fortschritte besser einzuordnen, Überforderung zu vermeiden, langfristig stabil aufzubauen.
Ein Trainingsplan ist kein starres System. Er soll dir Orientierung geben: Was trainiere ich? Wann trainiere ich was? Wie viel ist aktuell sinnvoll? Wann braucht mein Pferd Erholung? 👉 Gute Trainingsplanung bedeutet: Belastung und Regeneration sinnvoll aufeinander abzustimmen.
Die wichtigsten Bereiche im Training
Damit dein Pferd langfristig belastbar wird, braucht es verschiedene Trainingsreize. Nicht nur „mehr Bewegung“.
1. Kraft: Krafttraining verbessert: Stabilität, Tragfähigkeit, Belastbarkeit, Muskelaufbau. Wichtig: Krafttraining belastet den Körper relativ stark. Deshalb braucht es gute Bewegungsqualität, passende Dosierung, ausreichende Erholung danach. 👉 Krafttraining sollte nicht an mehreren intensiven Tagen hintereinander stattfinden.
2. Kondition: Kondition beschreibt die Fähigkeit, Belastung länger aufrechterhalten zu können. Dazu gehören: Ausdauer, Belastungsverarbeitung, Kreislaufanpassung. Wichtig: Kondition entsteht langsam und sollte kontrolliert aufgebaut werden. Zu frühe oder zu intensive Ausdauerbelastung führt oft zu: Schlechter Bewegungsqualität, Spannung, Kompensation. 👉 Erst Stabilität und Kontrolle – dann längere Belastung.
3. Koordination: Koordination ist einer der wichtigsten Bereiche in der Reha. Sie beschreibt wie gut der Körper Bewegung kontrollieren und organisieren kann. Koordination beeinflusst: Gleichgewicht, Körpergefühl, Bewegungsqualität, Stabilität. 👉 Viele Pferde brauchen zuerst bessere Koordination, bevor echter Kraftaufbau sinnvoll möglich ist. Koordinationstraining eignet sich besonders: Zu Beginn der Reha, als vorbereitender Reiz, an leichteren Tagen, als Verbindung zwischen Belastung und Erholung
4. Regeneration: Regeneration ist kein „freier Tag“.
Sie ist aktiver Teil des Trainings. In der Regeneration verarbeitet der Körper Trainingsreize, Muskelarbeit, Anpassungsprozesse. Fehlt Regeneration, steigt das Risiko für: Überlastung, Spannung, Leistungsabfall, Rückschritte. 👉 Fortschritt entsteht nicht nur DURCH Training. Sondern auch ZWISCHEN den Einheiten.
Die wichtigste Regel: Nicht alles gleichzeitig maximieren
Viele machen den Fehler: Mehr Kraft, mehr Kondition, mehr Dauer, mehr Intensität… alles gleichzeitig steigern zu wollen. Das Problem:
Der Körper kann Anpassung nur begrenzt verarbeiten.👉 Gute Trainingsplanung setzt gezielte Schwerpunkte.
Reihenfolge sinnvoller Trainingsreize
Gerade in der Reha ist die Reihenfolge entscheidend.
1. Bewegungsqualität & Koordination
↓
2. Stabilität & Kontrolle
↓
3. Kraftaufbau
↓
4. längere Belastung / Kondition
↓
5. höhere Anforderungen
👉 Ohne stabile Basis wird jede spätere Belastung instabil.
So erstellst du deinen eigenen Trainingsplan
Schritt 1 – Status ehrlich einschätzen
Wie belastbar ist dein Pferd aktuell?
Wo liegen die größten Baustellen?
Wie gut regeneriert dein Pferd?
Schritt 2 – Schwerpunkt festlegen
Was braucht dein Pferd aktuell am meisten?
Koordination?
Stabilität?
Kraft?
Beweglichkeit?
Regeneration?
Schritt 3 – Belastung realistisch planen
Lieber:
✔ konstant & sinnvoll
statt:
❌ selten & zu intensiv
Schritt 4 – Regeneration bewusst einbauen
Plane Erholung fest ein – nicht erst „wenn nötig“.
Schritt 5 – Regelmäßig überprüfen
Ein Trainingsplan ist nie endgültig.
Passe an:
Entwicklung
Tagesform
Bewegungsqualität
Belastbarkeit
Beispiel für eine einfache Wochenstruktur
| Tag | Schwerpunkt |
|---|---|
| Montag | Koordination & Basisarbeit |
| Dienstag | Kraft & Stabilität |
| Mittwoch | leichte Bewegung / Regeneration |
| Donnerstag | funktionelles Training |
| Freitag | lockere Bewegung & Mobilität |
| Samstag | etwas intensivere Einheit |
| Sonntag | Regeneration |
👉 Wichtig:
Das ist kein fixer Plan.
Sondern ein Beispiel für sinnvolle Belastungsverteilung.
Deine Aufgabe für dieses Untermodul
Analysiere den aktuellen Zustand deines Pferdes
Lege einen realistischen Schwerpunkt fest
Erstelle einen groben Wochenplan
Plane bewusst Regeneration ein
Beobachte die Reaktion deines Pferdes ehrlich und passe an
Abschlussgedanke
Ein guter Trainingsplan ist kein starres System.
Er ist ein Werkzeug, das dir hilft:
klarer zu entscheiden, bewusster zu arbeiten und dein Pferd langfristig sinnvoll aufzubauen.
Denn erfolgreiche Reha entsteht nicht zufällig.
Sondern durch:
Struktur
Beobachtung
passende Belastung
und die Fähigkeit, flexibel anzupassen.
FRAGEN UND ANTWORTEN
Für welche Pferde ist da Programm geeignet?
Das Programm eignet sich für Pferde mit:
- körperlichen Einschränkungen
- muskulären Problemen
- Bewegungsthemen
- längeren Fehlbelastungen
- Reha- oder Aufbauphasen
Auch wenn du noch keine „klare Diagnose“ hast, kann dir das Programm helfen, den Zustand deines Pferdes besser einzuordnen.
Ist das Programm auch geeignet, wenn mein Pferd aktuell nicht reitbar ist?
Ja.
Ein großer Teil der Arbeit basiert auf gezielter Beobachtung, sinnvoller Bewegung und funktionellem Aufbau – nicht auf klassischem Reiten.
Brauche ich Vorkenntnisse? Was brauche ich sonst noch für die Teilnahme?
Nein.
Das Programm ist so aufgebaut, dass du Schritt für Schritt lernst, worauf du achten musst, wie du dein Pferd beobachtest, wie du Übungen sinnvoll umsetzt.
Wichtig ist nicht Vorwissen – sondern die Bereitschaft, genau hinzuschauen und umzusetzen und dich ehrlich mit deinem Pferd auseinanderzusetzen. Du brauchst ansonstenOffenheit für Beobachtung und Anpassung, ein Smartphone oder Gerät für die Inhalte & Live-Calls
Spezielle Ausrüstung ist nicht notwendig.
Bekomme ich individuelle Unterstützung?
Ja.
Du hast die Möglichkeit, in den wöchentlichen Live-Calls Fragen zu stellen und Unsicherheiten zu klären.
Zusätzlich orientiert sich das Programm stark an der individuellen Situation deines Pferdes – nicht an einem starren Standardplan.
Was passiert in den Live-Calls?
Die Live-Calls beinhalten:
- kurze fachliche Inputs
- häufige Fehler & wichtige Beobachtungen
- offene Fragerunden
- teilweise Fallbeispiele aus der Gruppe
Das Ziel ist, dass du Sicherheit in der Umsetzung bekommst.
Werden die Calls aufgezeichnet?
Ja.
Falls du einmal nicht live dabei sein kannst, stehen dir die Aufzeichnungen zur Verfügung.
Wie viel Zeit sollte ich pro Woche einplanen?
Das ist individuell.
Wichtiger als „viel machen“ ist die bewusste und regelmäßige Umsetzung.
Plane idealerweise:
- Zeit für Beobachtung
- kurze, gezielte Trainingseinheiten
- Teilnahme oder Nacharbeit der Live-Calls
Was unterscheidet dieses Programm von einem normalen Onlinekurs?
Du bekommst nicht nur Inhalte oder Übungen.
Du lernst:
- dein Pferd wirklich zu verstehen
- Zusammenhänge zu erkennen
- Training sinnvoll anzupassen
- Überforderung zu vermeiden
Außerdem wirst du über 12 Wochen begleitet und nicht alleine gelassen.